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Gedanken zur aktuellen Flüchtlingsdebatte

In dem Eckpunktepapier für eine integrative Flüchlingspolitik vom 21.09.15 (s.u.) spricht sich unsere Staatsministerin Aydan Özoğuz für nachhaltige Integrationsmaßnahmen aus. Dazu gehören der Erwerb der deutschen Sprache, die Förderung der Bildung und Ausbildung, der erleichterte Zugang zum Arbeitsmarkt, die Förderung des sozialen Wohnungsbaus und des Gesundheitswesens sowie effektivere Strukturen für ehrenamtliche und hauptamtliche Helfer. Im letzten Absatz des Papieres findet man den Satz „Es liegt an uns, ob wir darin dennoch eher die Chancen sehen wollen oder die Schwierigkeiten.“.
In diesem Strategiepapier sind weitere wichtige Punkte ausgeführt. Mein Beitrag soll sich aber besonders der oben dargestellten kurzen Zusammenfassung zuwenden.
Zunächst kann man der Ministerin natürlich zustimmen. Die geforderten Punkte sind sicher geeignete Integrationsmaßnahmen. Auch der zitierte Satz, der praktisch dazu auffordert, die positiven Aspekte der aktuellen Situation in den Vordergrund zu stellen, ist sinnvoll. Es nützt ja keinem, wenn immer nur Probleme im Zusammenhang mit dem Unabänderlichen betont werden.
Zu den Chancen gehören einmal, dass soviele Menschen jetzt die deutsche Sprache lernen wollen. Hat man nicht in der Vergangenheit immer wieder darüber gejammert, wie sehr unsere Muttersprache international immer weiter zurückgedrängt wird! Das ist jetzt sicherlich nicht mehr der Fall. Eine weitere Chance ergibt sich daraus, dass für unsere schrumpfende Bevölkerung neue, notwendige Fachkräfte ins Spiel kommen. Die Forderungen nach Verbesserung des sozialen Wohnungsbaus und des Angebotes im Gesundheitswesen werden sicher auch von jedem begrüßt.
Es gibt noch einen weiteren Aspekt, den man nicht außer Acht lassen sollte. Hierzu möchte ich eine Anmerkung meines Zahnarztes wiedergeben. Beim Anblick der Probleme meines Kauapparates meinte er, dass es ja schrecklich ist, was er immer wieder bei unserer Bevölkerung feststellen muss. „Der weiße Mann“, so sagte er, „- er stirbt aus!“. Und, sicher überspitzt fuhr er fort: „Nur die Afrikaner haben noch gute Zähne.“. Ja, - viele Migranten werden ohne Zweifel (einfach wegen ihrer Gene) auch dazu beitragen, dass es uns in der Zukunft in Deutschland und Europa auch gesundheitlich besser gehen wird.
Schwierigkeiten, die man im Zusammenhang mit der aktuellen Migration selbstverständlich auch weiter behandeln müsste, möchte ich an dieser Stelle nicht ansprechen. Es fehlt mir aber ein wichtiger Punkt! Dieser fehlt meines Erachtens aber auch in der allgemeinen Diskussion, die zur Zeit in den Medien ausgebreitet wird.
Warum fordert und fördert man nicht von Anfang an Maßnahmen, die dazu geeignet wären, die Chancen und Perspektiven einer Migration zurück in die Heimatländer zu erleichtern? Das ergibt sich doch eigentlich aus der Anmerkung im ersten Abschnitt des Strategiepapieres: „..dass sich die EU viel stärker als bisher bei der Bekämpfung der Fluchtursachen engagieren muss...“. Auch hier sollte man nicht nur die Schwierigkeiten, sondern auch die Chancen in der Zukunft sehen! Wenn sich in vielen Krisengebieten einmal die Lage beruhigt hat, werden dort viele Fachkräfte (u.a. Lehrer, Ärzte, Ingenieure) gebraucht, damit diese Länder sich wieder entwickeln können. Die dafür notwendige „Rückmigration“ wird sich nicht zu unserem Nachteil auswirken. Gerade, wenn viele Migranten sich bei uns integrieren konnten, können sich später auch viele fruchtbare Beziehungen zwischen uns und den ehemaligen Krisengebieten entwickeln. Nachhaltig und zu beiderseitigem Nutzen, nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht!

Hamburg, 11.10.2015

Klaus Friese <klaus_friese[at]yahoo.de>

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www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/IB/Artikel/Allgemein/2015-09-21-eckpunkte.html


Klaus hat mich gebeten, seinen Artikel hier zu veröffentlichen. Ich freue mich, dass Menschen mitmachen beim Staunen und kreativ werden. Im Internet gibt es für meinen Geschmack zu viele Inhalte, mit denen versucht wird, von denen abzulenken, die für bessere Gesellschaftsverhältnisse werben. Diese Rattenfänger tummeln sich zwischen Progressiven und geben sich den Anschein ebenfalls die Welt verbessern zu wollen. Siehe auch den Artikel campact. Ich bin sehr dafür, dass Menschen, die auf dem richtigen Weg sind, sich öffentlich äußern. Es sollte nicht der Eindruck aufkommen können, dass Mahnwachenwichtel gesellschaftliche Mehrheiten verträten. Natürlich sind wir alle für den Frieden (was ja weniger Flüchtlingsprobleme bewirken könnte), aber nicht mit der Unterstellung, dass wir begännen uns vor "Überfremdung" durch Flüchtlinge aus Kriegsgegenden zu fürchten. Von diesen Demagogen möchte ich mich klar abgrenzen und dazu aufrufen wachsam zu sein.

Letzte Bearbeitung: 18.08.2017, 16:07

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