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Schuss vor'n Bug

Angst ist kein guter Ratgeber. Das wissen viele, offenbar auch die meisten Politiker*innen, die sich zu Trump hierzulande äußern. Darum halten sie sich bedeckt. Sie wollen weiter am Machtkuchen sitzen. Allerdings muss ich gestehen: Was die Partei rechts von der CDU denkt, habe ich bisher nicht zur Kenntnis genommen.

Ob es ein zeitlicher oder ursächlicher Zusammenhang war, dass die SPD versuchte den abtretenden Gabriel vor einem frisch in die SPD eingetretenen gewerkschaftsorientierten Mitglied (Freu Neumann, Reinigungskraft) im Billiglohnsektor als "sozialdemokratisch" sich profilieren zu lassen, möchte ich nicht mutmaßen. Peinlich ist es schon, wie die Frau nach Bildzeitungsmanier herumgereicht und vorgeführt wird und ihre Ahnungslosigkeit ausnutzt um zu zeigen, dass es nicht genügt hohe Beteiligtenzahlen in die Waagschale zu werfen.

Mit Empörung, so wie es viele Rückständige versuchen, kommt die Gesellschaft ncht weiter. Da muss schon eine Schocktherapie her. Das versuchen ja viele Verschwörungstheoretiker. Aber sich mit gruseligen Beiträgen einzureihen in eine unübersichtliche Presse und Informationsflut im Internet (leider gefördert durch hohe Klickzahlen) reicht nicht für eine Wende zum gesellschaftlichen Fortschritt.

Ob es Herrn Trump bei den Menschen, die sich an Macht zu orientieren pflegen gelingt, zu schocken, bleibt abzuwarten. Es wurde ja schon ein eine Parallele gezogen zu Hitler. Aber der konnte noch davon ausgehen, dass Europa die Welt sei. Es könnte sein, Trump glaube, die USA sei die Welt. Aber die Welt (auch Afrika) hat mittlerweile Handys und das Internet.

Der Rest der Welt, die Mehrheit, auf die es ja leider nicht so sehr ankommt, wie etliche selbst ernannte Demokraten wider besseren Wissens immer wiederholen (Spontispruch: Wenn Wahlen etwas bewirken würden, wären sie längst abgeschafft) kehrt zurück zu den ungelösen Problemen, die voraussichtlich auch von der nun amtierenden Administration nicht gelöst werden.

Zu erwähnen bleibt die Macht der Journalisten. Gelingt es ihnen, sich von Hofjournalismus abzuwenden und einmal die Auflagenzahlen und Klicks zurückzustellen? Mögen sie sich zu Menschenrechten etwas mehr mit Taten bekennen? Der Trick mit Frau Neumann war ja ganz nach RTL-Manier hübsch. Ein bisschen die soziademokratische Reparationwerkstatt (Fortführung der Agenda 2010) featuren hat viele Menschen (vom Bildungssystem zu willfährigen Konsumenten gemacht) in die Arme derjenigen getrieben, für die Trump eine Retterfigur zu sein scheint. Zu wiederholen, dass er eine Rattenfängerfigur ist, ist müßig.

Auch wenn Frau Neumann bald alt aussehen wird (im beiderseiten Sinne), lasst uns ihr folgen. Empören wir uns nicht. Lasst uns die verbliebenen Rechte wahrnehmen, die viele Menschen errungen und die Mächtigen nach der Salamitechnik von ihnen wieder viele abgenommen haben. Trump unternimmt eine Schocktherapie. Nimm es als Schuss vor den Bug. Es ist Krieg in der Welt. Wenn Trump Nationalist ist, dann sollten wir ihn daran erinnern, dass die USA sich gern Schüren ausländischer Konflikte enthalten darf.

Letzte Bearbeitung: 01.08.2017, 17:18

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