Esperanto und Nachhaltigkeit

"Esperanto, ist das nicht die Sprache, die auf der ganzen Welt gesprochen werden sollte? Das hat sich doch nie durchgesetzt." So hört man zuweilen, wenn man davon erzählt, dass man Esperantosprecher sei. Das klingt so ähnlich wie: "Agenda 21 - ist das nicht die Initiative, die die Welt vor dem Untergang retten sollte? Das hat sich doch nie durchgesetzt."
Frieden in der Welt, Menschenrechte, vieles mehr hat sich nicht durchgesetzt. Gleichwohl werden diese Ziele immer noch als erstrebenswert angesehen. Warum nicht auch die weltweite Verbreitung des Esperanto, das von der UNESCO als kulturelle Errungenschaft der Menschheit eingestuft wurde?
Sich durchzusetzen hat immer auch gleichzeitig etwas mit Macht zu tun. Englisch als internationale Sprache hat sich nicht durchgesetzt. Die Sprache wurde von Menschen durchgesetzt. Esperanto wird sich nicht durchsetzen. Seine Anhänger, die übrigens von mächtigen Instanzen so gut wie nicht unterstützt werden, sind eher pazifistisch orientiert. Man hofft, dass die Einsicht siegt, denn üblicherweise wird beim Argumentieren für Esperanto auf den gesunden Menschenverstand gesetzt. Fortschritte in gesellschaftlichen Entwicklungen sind leider nur selten auf gesunden Menschenverstand zurückzuführen. Diese Umstände sind vermutlich ein Grund, weshalb man so selten etwas von Esperanto hört.
Dieses Schicksal teilt die Idee der Nachhaltigkeit. Noch hat sich nachhaltiges Verhalten nicht "durchgesetzt". Heute glauben die meisten Menschen, die mit dem Thema Umweltschutz und Ähnlichem konfrontiert werden, dass sich die Angelegenheit schon von allein regeln wird. Wer sich mit dem Themenkreis näher beschäftigt, wird bald feststellen müssen, dass Machtausübung nicht mehr lange das Mittel sein kann, gesellschaftliche Prozesse so zu steuern, dass die Menschheit auf diesem Planeten überlebt.
Wer sich die Diplomarbeit von Sebastian Kirf* mit dem Titel "Esperanto, ein Beitrag zur Umsetzung der Agenda 21?" durchliest, wird feststellen: Esperanto ist die richtige Wahl der internationalen Sprache, wenn es um die Bewältigung der globalen Probleme geht.

*) Es gibt übrigens auch eine lesenswerte Masterarbeit: Möglichkeiten und Grenzen einer Plansprache zur Förderung sozialer Kohäsion am Beispiel von Esperanto

Letzte Bearbeitung: 30.11.2016, 16:31